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Szenische Lesung im Wegemuseum Wusterhausen

Die Beauftrage des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur lädt in Kooperation mit dem Wegemuseum Wusterhausen Dosse am 27. Juni 2011 um 19.00 Uhr zur szenischen Lesung „Die unsichtbare Mauer am Straßenrand“ ein. Die Veranstaltung findet im neu restaurierten Herbst´schen Haus, in welchem im Juli 2011 das neu gegründete Wegemuseum eröffnen wird, statt. Das Museum befindet sich in 16868 Wusterhausen/Dosse, Am Markt 3.

Auf dem Programm stehen nach der Eröffnung und Begrüßung um 19.00 Uhr durch Ulrike Poppe als Aufarbeitungsbeauftragte des Landes Brandenburg ab 19.15 Uhr die szenische Lesung (Martin Ahrends) sowie ab etwa 20.15 Uhr Gespräch und Diskussion zum Thema, bevor dieser Abend ab 21.00 bei Wasser und Wein ausklingt.

Sie sind herzlich eingeladen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Der Eintritt ist frei.

 

Auszug aus dem Inhalt:

Der Transitverkehr zwischen der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin, der über die innerdeutsche Grenze führte, durfte nur über wenige, festgelegte Transit strecken erfolgen. Transitreisende hatten die Strecke möglichst ohne Unterbrechungen zurückzulegen, ledig lich kurze Aufenthalte an den Auto  -bahn rastplätzen, in den Raststätten oder Tankstellen waren erlaubt. Treff en mit DDR-Bürgern waren untersagt. Eine solche Transitstrecke war die F 5 zwischen Hamburg und West-Berlin. In den Jahren 2009 und 2010 befragte der Brandenburger Autor Martin Ahrends Menschen nach ihren Erlebnissen an dieser Transitstraße. Seine Interviewpartner waren Anwohner und Volkspolizisten vom ›Transitkommando‹, eine Raststättenleiterin und Durchreisende. Die Erzählungen sind Nachträge einer bislang nicht publizierten, kaum je erzählten, oft schmerzhaften und verdrängten Geschichte. Auf dieser Straße und an ihren Rändern fanden tagtäglich ganz besondere deutsch-deutsche Begegnungen statt, auch wenn man versuchte mit ›inneren Scheuklappen‹ durchzufahren. Dinge, die ›hinterlassen‹ werden sollten, wurden heimlich aus dem Fenster geworfen oder ebenso heimlich auf verabredeten Treff s in den überwachten Raststätten übergeben. Das Unterwegssein verkehrte sich in sein Gegenteil, in bloßes Durchgeleitetwerden auf einem Korridor, den man nicht verlassen, durch Landschaften, an Häusern und Menschen vorbei, die man anschauen, denen man aber nicht mehr begegnen durfte. Der Wegrand war mit einer unsichtbaren Mauer verwehrt.

 

 

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