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Zaatzke

Logo ZaatzkeAnno 1319 wurde Zaatzke erstmals urkundlich unter dem Namen „Sazig“ erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet: `Verhau`, Gehege, Einschnitt, Sperre.

Zaatzke wurde bis Ende des Zweiten Weltkrieges als Rittergut geführt. Das Schloss wurde Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts abgerissen. Davon übrig geblieben sind nur noch ein „Löwe“ aus Stein  und eine Seite der Toreinfahrt (ohne Adlerskulptur), Teile der Gutsmauer und ein Gutsfriedhof mit einem großen „Grabengel“ aus Sandstein. Die vorhandene Gutsmauer wurde zum größten Teil saniert.

Heute befinden sich die Kindertagesstätte „Gänseblümchen“, ein öffentlicher Kinderspielplatz, Siedlungshäuser und das neue Feuerwehrgerätehaus auf dem Gelände des ehemaligen Gutshofes.

Im Zuge der brandenburgischen Gemeindegebietsreform im Jahr 2003 wurde die bis dahin selbständige Gebietskörperschaft  Zaatzke  zum Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Heiligengrabe. Der Ortsteil Zaatzke ist 2.108,63 ha groß, das entspricht  11,69 % der Gesamtfläche der Gemeinde Heiligengrabe. Zaatzke ist ein lang gestrecktes Rechteckangerdorf.

Das Flüsschen Glinze wurde schon frühzeitig als Antrieb für die Mühle (laut historischen Forschungen bereits im Jahre 1375) und später zur Stromerzeugung genutzt. Durch den Bau der Wassermühle siedelte sich damals auch anderes Handwerk an. Heute ist die Mühle leider eine Ruine.

Die Vereine des Dorfes, die örtliche Feuerwehreinheit, die Kindertagesstätte und die Gemeinde prägten schon immer – auch vor der Wende – sehr aktiv das kulturelle Leben in Zaatzke.

Heute präsentiert sich Zaatzke als ein Wohndorf mit einem sehr schönen Ortsbild und landwirtschaftlich geprägtem Charakter. Neben der „Insel“, die das kulturelle Zentrum bildet, verfügt Zaatzke über eine Sportanlage mit zwei Fußballplätzen und einen Reitplatz. Das Sportlerhaus wurde über mehrere Jahre, auch durch viel Eigeninitiative der Mitglieder des Sportvereins, ausgebaut.

Zwischen den Ortsteilen Blesendorf und Wernikow befindet sich das ehemalige Vorwerk Volkwig, das erstmals 1316 unter dem Namen „Volkwyge“ erwähnt wurde. Heute lautet die Bezeichnung Volkwiger Straße.

Sehenswert sind die Hügelgräber, die auf eine über 3000-jährige Besiedlung dieser Gegend hinweisen. Zwischen Zaatzke und Blesendorf befindet sich eine Hügelgräberkette, die zu den geschützten Bodendenkmälern gehört. Zur Zeit gibt es 21 Hügelgräber. Das gewaltigste Hügelgrab liegt auf dem Papenberg. Zahlreiche Funde gab es in und um Gräbern herum, die wahrscheinlich aus der Bronzezeit stammen.

Kirche ZaatzkeDorfkirche

Die  verputzte Fachwerkkirche wurde im Jahre 1668 erbaut. Der verbretterte, westliche Turmaufsatz mit geschlossener Laterne und einer Schweifhaube stammt aus dem Jahr 1730. Der Turm wurde bis 1973 auch zur Aufbewahrung Verstorbener genutzt. Gegen 1700 wurde ein barocker Kanzelaltar errichtet. Die kleine Taufschüssel ist ebenfalls aus dieser Zeit. Auf der Empore befindet sich eine Lütkemüllerorgel von 1868.   Heute wird die Orgel leider nicht mehr genutzt.

 

Sage über den „Wunderbaum von Zaatzke“

Es war um das Jahr 1680. Da stand hinter dem Dorfe Zaatzke am Weg nach Blesendorf ein besonders dicker und knorriger Eichenbaum, dessen Äste so ineinander gewachsen waren, dass sie große Öffnungen bildeten.

Diese Eiche bot einen ganz eigenartigen Anblick und galt in damaliger Zeit als ein wunderbarer Baum. War doch im Volke die Meinung verbreitet, dass jeder Kranke, der durch die Löcher hindurchkröche, gesund würde. Dieser Aberglaube gründete sich auf eine merkwürdige Begebenheit, die sich im Jahre 1668 zugetragen haben soll.

Damals diente nämlich in Wittstock bei einem Fleischermeister Joachim Lebenzier ein junger Mann als Ackerknecht, der von Wiburg aus Hollstein gebürtig war. Eines Tages wurde Christian, so hieß der Knecht, krank und konnte sich schließlich nur noch auf Stöckern fortbewegen. Da er nicht arbeiten konnte machte ihm sein Meister Vorhaltungen. Umsonst könne er sein Brot nicht erhalten. Der Knecht sollte am nächsten Tag ein Kalb aus Blesendorf holen, das sein Herr dort gekauft hatte. Betrübt legte der sich abends zur Ruhe, denn er wusste nicht, ob er den Auftrag ausführen könnte. Um Mitternacht wurde er durch eine Stimme aufgeschreckt, die ihm riet, auf seinen Weg nach Blesendorf an dem Eichenbaum halt zu machen, durch die Löcher zwischen den Ästen zu kriechen, dann würde er wieder völlig gesund.

Christian konnte kaum den Morgen erwarten. Unter furchtbaren Schmerzen bestieg er in der Frühe das Pferd, gelangte zu dem Baum und tat, wie ihm geheißen. Und siehe: Er wurde gesund. Freudig erregt ließ er seine Krücken liegen und eilte davon.

Die Sache wurde rasch bekannt, und der Zulauf von Lahmen und Krüppeln begann. Viele sollen hier Heilung gefunden haben, bis der Kurfürst Friedrich Wilhelm den Baum umhauen ließ, weil er glaubte, es handle sich um großen Aberglauben.

Glinze - Insel Zaatzke

 

Gemeindeteil Glienicke

DLogo Glienickeas kleine, ansehnliche Dorf „Glienicke“ hat sich erst im 19. Jh. die Schreibweise mit „ck“ zugelegt. Jahrhunderte hindurch und auch in der Ersterwähnungsurkunde erscheint es als „Glynike“ oder „Glinike“.  Bis heute liegt Einheitlichkeit in der Schreibweise nicht vor (vgl. Enders, Prignitz, S. 255/256).

Der Name geht auf altpolabisch „glinik/ Glinky“ zurück und bedeutet „Ort, wo es Lehm gibt“. Den gleichen Ursprung hat das Flüsschen „Glinze“.

Der große Schatz des 1974 nach Zaatzke eingemeindeten Ortes ist die Kirche. Sie wurde, 1815 erbaut, schon länger mit Karl Friedrich Schinkel in Verbindung gebracht. Inzwischen gilt diese seine Leistung als sicher. Die Restaurierung und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes (mit Turm) fand allgemeine Anerkennung. Ein 2004 gegründeter Förderverein unter Leitung von Ingrid Blüschke hat sich mit viel Liebe und Engagement eingesetzt und in höchstem Maße verdient gemacht. Wie Jabel ist auch Glienicke ein Rundling. Der schöne Dorfplatz trägt inzwischen Schinkels Namen.

Weitere Informationen zur Schinkelkirche Glienicke finden Sie beim Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.

schinkelkirche
Herausragend und nicht ganz selbstverständlich ist das überaus große und vor allem ehrenamtliche Engagement vieler Glienicker für die Belange der Feuerwehr. Die Feuerwehreinheit Glienicke ist eine der größten und schlagkräftigsten Einheiten der Gemeindefeuerwehr Heiligengrabe. Der Neubau eines Gerätehauses ist lt. Gefahrenabwehrbedarfsplan der Gemeinde in den nächsten Jahre vorgesehen.

 

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